So hilft NACHBAR IN NOT in Zusammenarbeit mit der Diakonie gegen den Hunger!

"Rettende Lebensmittelhilfe im Süd Sudan"

"Unsere ganze Gemeinschaft ist hungrig. Alle stehen vor der gleichen Herausforderung" sagt Hellene Jollo (36), die, wie 20.000 andere Menschen vom Konflikt zwischen der Mundari- und der Dinka Community betroffen ist und nun zum zweiten Mal nach Terekeka State zurückgeschoben wurde.
Seit Dezember 2013 wird der Südsudan von einem bewaffneten Konflikt erschüttert. Die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen haben das Land weit zurückgeworfen und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Krieg und Dürre haben unzählige Menschen im Land vertrieben. Viele können ihre grundlegendsten Bedürfnisse nicht befriedigen. Die Vereinten Nationen melden, dass im Südsudan 6 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Die Diakonie Katastrophenhilfe und Nachbar in Not unterstützten die lokale Bevölkerung mit Lebensmittelhilfen über ihre lokale Partnerorganisation ACORD Südsudan.

Begünstigte Familien warten in der Schlange, um ihre Lebensmittel entgegen zu nehmen. © HEKS

So wie die meisten Binnenvertriebenen lebte auch Hellene und ihre Familie von einer Mahlzeit pro Tag. Diese bestand häufig aus gesammelten Lokukurik-Blättern, die zwar mit viel Aufwand zu einer sättigenden Paste verarbeitet werden kann, jedoch nicht alle Nährstoffe liefert, die der Körper braucht. Häufig hungerten die älteren Familienmitglieder, um den jüngeren Nahrung zu geben – wie es auch bei Hellene und ihrer 90-jährigen Großmutter Mandelina der Fall war.
"Viele Menschen hungern, und die Organisation hat nur begrenzte Vorräte", wusste Hellene schon damals. Umso glücklicher war sie, als sie im Oktober 2017 erfuhr, dass ihre Familie Lebensmittelhilfen erhalten würde. Die 11-köpfige Großfamilie, mit Hellenes zwei Monate alten Tochter Lona-Kaku, die zu diesem Zeitpunkt noch gestillt wurde, und ihrer 90-jährigen, blinden Großmutter, wurde von ACORD als besonders verwundbar eingestuft.
Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) und Nachbar in Not versorgen über ihren lokalen Partner ACORD South Sudan 4.626 Binnenvertriebene, Rückkehrer*innen und Haushalte der Aufnahmegemeinde in Terekeka und Jubek im Südsudan für vier Monate mit besserem Zugang zu Nahrungsmitteln. Besonders berücksichtigt wurden dabei Haushalte, die von Kindern oder Frauen geführt werden, in denen Menschen mit Behinderungen, alte Menschen oder HIV-positive Menschen leben.
Durch die ergänzende Nahrung konnte Hellenes Großmutter das verlorene Gewicht wieder zurückgewinnen. Und obwohl sich die Hilfsmaßnahmen für Hellenes Familie als lebensrettend erwiesen, so bleiben die langfristigen Herausforderungen des Landes weiterhin bestehen: Ethnische Konflikte, ökologische und klimatische Veränderungen sowie Landnahme stellen akute Bedrohungen dar, die langfristige Stabilisierungs- und Entwicklungsinitiativen immer wieder verhindern.