Bericht der Caritas Österreich

Adil (Namen aller Begünstigten geändert) ist 32 Jahre alt und lebt aktuell mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, Esat (5 Jahre) und Alia (3 Jahre), in Jabal Samaan, ein Distrikt im Nordwesten Aleppos, Syrien.

Adil kümmert sich auch um seine beiden Nichten Esmar (6) und Gohar (8), nachdem ihr Vater bei einem Luftangriff ums Leben gekommen ist, dass das Haus der Familie völlig zerstörte. Besondere Aufmerksamkeit benötigen vor allem seine Tochter Alia sowie Esmar. Beide Mädchen leiden an Hirnatrophie (ugs. auch Gehirnschwund) und sind auf spezielle Behandlung und Medikation angewiesen. Adil kümmert sich liebevoll und engagiert um die vier Energiebündel. Dabei leidet auch er selbst unter gesundheitlichen Problemen – eine Erkrankung der Wirbelsäule behindert ihn beim Gehen, längeres Stehen ist ebenfalls nur unter Schmerzen möglich.

Adil und seine Familie leiden gerade jetzt unter sehr schwierigen Lebensbedingungen. Es mangelt an Möglichkeiten den Lebensunterhalt zu bestreiten, aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ist er auch nicht in der Lage, eine stabile Einkommensquelle zu finden, um seine und die Familie seines Bruders ausreichend versorgen zu können. "Ich habe zurzeit keine feste Einkommensquelle, arbeite aber vorübergehend als Selbständiger“, erklärt Adil. „Doch das reicht bei weitem nicht, um die Bedürfnisse meiner Familie und der Familie meines Bruders vollständig zu befriedigen.“

Bis zu seinem schweren Arbeitsunfall, der zu seiner Gehbehinderung führte, arbeitete Adil als Bauarbeiter. Doch seit der notwendig gewordenen Wirbelsäulenoperation kann er diesem Beruf leider nicht mehr nachgehen – das sichere Einkommen fiel weg, Adil und seine Familie sind nun auf Hilfe angewiesen. Wie die meisten gefährdeten Familien in Syrien verlor auch er sein Haus und einige Familienmitglieder im Laufe des bereits neun Jahre andauernden Bürgerkriegs in Syrien. Adil’s größte Sorge: Die kostenintensiven Behandlungen für Alina und Esmar sowie für sich selbst gewährleisten zu können.

Die lokale NGO SARD unterstützt Familien wie jene von Adil. SARD gibt Lebensmittelgutscheine an die bedürftigsten Familien im Westen Aleppos sowie an neu Vertriebene aus, um sicherzustellen, dass auch diese Familien ihren Grundbedarf an Nahrungsmitteln decken können. Die Lebensmittelgutscheine im Wert von 40 US-Dollar, die in dafür vorgesehenen Geschäften eingelöst werden können, werden auf monatlicher Basis über einen Zeitraum von sechs Monaten bereitgestellt.

Die Unterstützung durch SARD ist eine große Erleichterung für Adil und seine gesamte Familie. Ein Sorgenfreies Leben ist für Adil aber dennoch in weiter Ferne. Seine größte Angst: "Ich habe Angst, dass die Luftangriffe und die Bombardierungen weitergehen und ich weitere Familienmitglieder verliere.“ Adil hat aber auch Hoffnung. Hoffnung, dass das Engagement humanitärer Organisationen noch viele weitere Familien in schwierigen Situationen, die ähnliche Sonderfälle aufweisen, erreicht und unterstützen kann.